Die neu an Ostpreußen angegliederten Gebiete waren jedoch ethnisch praktisch rein polnische Gebiete, die auch historisch nie zuvor in engerer Verbindung mit Ostpreußen gestanden hatten (abgesehen von einer kurzen Episode nach den polnischen Teilungen). In der Zeit von 1878 bis 1945 hat sich die territoriale Verwaltungsgliederung innerhalb der überwiegend landwirtschaftlich strukturierten Provinz Ostpreußen nur allmählich verändert. März 1920 (Bundesarchiv, Akten der Reichskanzlei 1919-1933). Größte Flüsse sind der Pregel und die Memel, weitere Flüsse sind die Łyna bzw. Zu ihrem Verbreitungsgebiet gehörte nur der äußerste Westen Ostpreußens. Durch die dynastische Vereinigung mit dem Kurfürstentum Brandenburg 1618 wurde es auch Brandenburgisches Preußen genannt. Allein aus den masurischen Kreisen Ostpreußens wurden 2.713 Zivilisten deportiert. Oberschlesien | Diese Gebiete wurden fortan als Königliches Preußen bzw. Zur Zeit der „Zwei-plus-Vier“-Gespräche soll in Moskau Joachim von Arnim, der Leiter des politischen Referats der deutschen Botschaft, in einem Gespräch dem sowjetischen Generalmajor Geli Batenin, der ein Interesse der Sowjetunion an Verhandlungen über Ostpreußen signalisiert habe, entgegnet haben, es ginge bei den Verhandlungen nur „um die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und das ganze Berlin“. Magdeburg | Die ostniederdeutschen und ostmitteldeutschen Dialekte, die in Ostpreußen gesprochen wurden, werden im Preußischen Wörterbuch erfasst und beschrieben. Jahrhundert wird erstmals ein Volk namens Pruzzi erwähnt, von einem als Bayerischer Geograph bekannten Chronisten. [A 3]. Jahrhundert zur Interessensphäre der in der Region entstehenden christlichen Staaten. Landsmannschaft Ostpreußen e.V. Der Bernstein zählte zu den wenigen Bodenschätzen Ostpreußens, gab aber nur einigen tausend Menschen Arbeit. In seinem Bericht unterschied er das östlich der Weichsel gelegene „Witland“ vom westlich des Flusses gelegenen Land der Winoten und bezeichnete seine Einwohner, wie die antiken Autoren auch als „Ēstas“. Von 1824 bis 1829 waren Ost- und Westpreußen personell und von 1829 bis 1878 real in der Provinz Preußen administrativ vereinigt. Doch erst mit der Zeit der Christianisierung und der damit verbundenen Schriftkultur fing man an, schriftliche Dokumente zu führen, die detaillierte Informationen enthalten. B. um 16.000 v. bescheinigte 1234 dem Orden in der Bulle von Rieti, dass seine Eroberungen nur der Kirche, aber keiner weltlichen Lehenshoheit unterstehen sollten. Welcome to the Picture Library East Prussia! Die meisten dieser Kreise bestanden weitgehend unverändert bis zum Untergang Ostpreußens 1945. Danach nannte man das Amt Hoch- und Deutschmeister. Haupterzeugnisse waren Roggen und Kartoffeln. [29] Auf den Nehrungen wurde unter Fischern Nehrungskurisch gesprochen. Zahlreiche Städte und Dörfer wurden gegründet. Files are available under licenses specified on their description page. Über einen dieser Vorstöße, bei dem 997 der Missionsbischof Adalbert von Prag im Auftrag von Bolesław I. in die Gegend östlich von Danzig vordrang, berichtet dessen Autobiografie Vita Sancti Adalberti. Später lag das „Königreich“ und damit Ostpreußen außerhalb des, Naturereignisse und Unglücke in Ostpreußen, Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, Interalliierte Militär-Kontrollkommission, Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen, Sowjetische Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, „Sowjetzeit (1945 bis 1992)“ im Artikel Kaliningrad, Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, online in der Kujawsko-Pomorska Digitalen Bibliothek, Ostpreußen – eine fotografische Reise mit aktuellen Bildern, Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1938/39, Vorlage:Webachiv/IABot/www.geschichte-on-demand.de, Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, Braunswalde Willenberg bei Marienburg Gräberfeld, Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Artikel/Artikelanfang im Internet-Archive, Bericht der Reichszentrale für Heimatdienst über die Lage in Ostpreußen vom 3. Dieser Artikel behandelt das Territorium. Vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurde die Säkularisation des preußischen Ordensstaates nicht anerkannt. Der von Konrad I. und Bischof Christian gemeinsam ins Leben gerufene Ritterorden Milites Christi Prussiae, zumeist Orden von Dobrin genannt, konnte zwar Masowien sichern, aber keine Herrschaft über Preußen etablieren. Jahrhundert. Er wurde im Tagebau bei Palmnicken gewonnen und in der Manufaktur in Königsberg verarbeitet. So wird auch von baltischen Siedlungen im Kulmerland berichtet und Linguisten verweisen auf Fluss- und Ortsnamen westlich der Weichsel bis an die Persante sowie auf Wörter baltischen Ursprungs in der kaschubischen Sprache. Spätestens mit dessen Inkrafttreten 1992 sind deutsche Gebietsansprüche auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete, und damit auch auf Ostpreußen, vollständig erloschen und die Grenzen endgültig anerkannt worden. Große Teile des Bodens gehören zu den Bodenklassen 4 und 5. Die Bewässerung über Seen und Flüsse glich den Mangel an Niederschlägen meist aus. In diese Zeit fielen auch die Aufnahme evangelischer Flüchtlinge und besonders die erstmaligen Übersetzungen religiöser Schriften in verschiedene Sprachen der neuen preußischen Bürger aus den Nachbarländern. Im Süden Ostpreußens verlegte man sich indes auf die reine Fleischproduktion, mit der Aufzucht von „Magervieh“ (Mastvieh), Schafen und Gänsen. Die Interalliierte Militär-Kontrollkommission setzte die Entwaffnung und Entfestigung durch, so dass sich die Bewohner Ostpreußens als wehrlos gegenüber einem feindlich gesinnten Polen empfanden. Zwischen 1773 und 1792 bestand das „Königreich Preußen“ aus den Provinzen West- und Ostpreußen und dem Netzedistrikt. Der erhebliche jüdische Bevölkerungsanteil wurde unmittelbar nach der Besetzung von den nationalsozialistischen Unterdrückungs- und später von den massenhaften Vernichtungsmaßnahmen (Umsiedlungen in Ghettos, „Vernichtung durch Arbeit“ und den Abtransport in Vernichtungslager) getroffen. In der Hauptstadt Königsberg krönte sich 1701 Kurfürst Friedrich III. Jahrhundert entstand der Deutschordensstaat, dessen Territorium auch „Preußen“ genannt wurde. Grenzmark Posen-Westpreußen | Diese Ämter waren für Wirtschaft und Rechtsangelegenheiten der unfreien Bauern zuständig. Jahrhundert ausgestorben. Netzedistrikt | Daraus wurde der neue Powiat Działdowo (Kreis Soldau) gebildet, der der polnischen Woiwodschaft Pommern angeschlossen wurde. Noch 1939 wurde dort ein neuer Regierungsbezirk Zichenau gebildet, der der Provinz Ostpreußen zugeordnet wurde. verhindert (u. a. durch Verordnungen), dann in letzter Minute (Januar 1945) unter denkbar schlechtesten Bedingungen (tiefster Winter, Abschnürung des Landweges) ungeordnet begonnen. Von der kurzen russischen Besetzung Ostpreußens blieben nur Königsberg und fünf Landkreise verschont. Hier wurden in erster Linie Polen aus Zentralpolen und im Rahmen der Aktion Weichsel aus Südostpolen vertriebene Ukrainer angesiedelt. Noch anwesende Bewohner, vom Vormarsch der Roten Armee eingeholte Flüchtlinge oder nach dem (teils temporären) Ende der Kampfhandlungen zurückkehrende Bewohner wurden vielfach von sowjetischen Soldaten misshandelt, vergewaltigt und getötet oder zur Zwangsarbeit in der Sowjetunion verschleppt. Kartographische Abteilung. Indessen auch das Meer durchsuchen sie und sammeln, unter allen die Einzigen, zwischen Untiefen und am Strande selbst, den Bernstein, bei ihnen Gläsum genannt. Diese Entscheidung hatte in der Praxis keine Bedeutung. Diese Seite wurde zuletzt am 1. Brandenburg | Kränklich und dem Krieg nicht gewachsen, wurde er auf militärisches Drängen hin abgelöst. Andreas Ehrhard (Fotos), Bernhard Pollmann (Text): Andreas Kossert, Jörn Barfod, Arnold Bartetzky, Hans J. Bömelburg, Józef Borzyszkowski, Bertram Faensen, Jörg Hackmann, Christoph Hinkelmann, Malgorzata Jackiewicz-Garniec, Gennadij Kretinin, Heinrich Lange, Ruth Leiserowitz, Peter Letkemann, Marc Löwener, Janusz Maek, Angelika Marsch, Martynas Purvinas, Milo ezník. Die Landrechte für das zu erobernde Gebiet ließ sich der Orden 1226 durch den römisch-deutschen Kaiser Friedrich II. East Prussia (Ostpreußen) was a province of the Kingdom of Prussia from 1773 to 1829 and again from 1878 to 1945. Karte Ostpreußen, 1914 Geschichte: Ostpreußen, Wappen. Profitabel war die Viehwirtschaft, so die extensive Rinderzucht und damit verbunden die Herstellung von Molkereiprodukten in der Region um Tilsit. [A 2] Ausreichend für die Einstufung als „autochthon“ waren hierbei bereits ein polnisch-klingender Nachname oder masurische oder polnische Sprachkenntnisse innerhalb der Familie. Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen größtenteils im Winter sehr viele Tote. Die verantwortlichen Generale Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff legten hier die Grundlage zu ihrer großen Popularität, die sie während der Weimarer Republik auf unterschiedliche Weise nutzten: Hindenburg als konservativer Reichspräsident, Ludendorff als Putschist und Verbündeter Adolf Hitlers. Neuostpreußen | Juli 1920 durchgeführten Abstimmung im Abstimmungsgebiet Allenstein stimmten 97,90 % für den Verbleib bei Ostpreußen und damit für die Zugehörigkeit zu Deutschland. Darum beschränkte sich das Gewerbe fast ausschließlich auf die Verarbeitung der land- und forstwirtschaftlichen Rohzeugnisse in Mühlen, Brennereien, Stärkefabriken und Sägewerken. Die unterste Verwaltungsgliederung waren die Bezirke, die teilweise auch Dörfer genannt wurden, obwohl sie in der Regel mehrere Siedlungen umfassten. Insgesamt verblieben etwa 160.000 Vorkriegseinwohner im südlichen Ostpreußen, deren übergroße Mehrheit das Land in den folgenden Jahrzehnten als Spätaussiedler verließ. Kreise in Ostpreußen. entstanden im Laufe der Zeit die folgenden weiteren Stadtkreise: Es wurden die Städte Tilsit (1896), Insterburg (1901), Allenstein (1910) und Memel (1918) aus ihren Landkreisen ausgegliedert und bildeten eigene Stadtkreise. Der polnische Anteil wurde auf die neu gegründeten Woiwodschaften Gdańsk, Olsztyn und Suwałki aufgeteilt. Es verschmolz mit dem bisherigen „Königreich“, wobei dieses am 31. Jahrhundert.png, Former eastern territories of Germany - East Prussia.png, German Empire - Prussia - East Prussia (1878).svg, Grenzkarte der Preussischen, Russischen und Oestreichischen Monarchien in XVI Blättern - HK1128.jpg, Löbau on a map of West Prussia and East Prussia.jpg, Map (Geologische Karte) of Palmnicken 1908-1909 Archive of Kaliningrad Amber Combine.jpg, Neue Preußische Provinzen in Polen DE3.png, Ostpreußen Preußen DeutschesR1871-1918.gif, Polish-Lithuanian Commonwealth (1619) vi.png, Polish-Lithuanian Commonwealth (1619) zh.png, Polish-Lithuanian Commonwealth (1619)-es.svg, Polish-Lithuanian Commonwealth (1619).png, Polish-Lithuanian Commonwealth ru (1619).PNG, PROVINCIA ECCLESIASTICA DI GNESNA E POSANIA NELLA PRUSSIA ROME 1858.JPG, Prussia during the Second Northern War.png, Regni Poloniae et Ducatus Lithuania (1679).jpg, Weimar Republic - Prussia - East Prussia (1925).svg, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=Category:Maps_of_East_Prussia&oldid=391532457, Creative Commons Attribution-ShareAlike License. Jahrhundert aufgelöst: Jhd. Ähnlich wie Soldaten „bis zum letzten Mann“ in sinnlosen Stellungs- und Kesselschlachten verheizt wurden, anstatt sich geordnet zurückziehen zu dürfen, machten sich die Machthaber somit direkt mitschuldig am Tod von unzähligen deutschen Zivilisten, die hätten gerettet werden können. Es war mit 66,5 Einwohnern je km² vergleichsweise dünn besiedelt. April 1921 durch ein endgültiges Abkommen ersetzt wurde. Im Dreizehnjährigen Krieg stand der Deutsche Orden dem Preußischen Bund und dem Königreich Polen gegenüber. Allerdings sind 1920 und 1939 die Außengrenzen erheblich verändert worden. Jahrhundert eine Bezeichnung für den östlichsten Teil Preußens. Unter seinem Nachfolger Theodor von Schön (1824–1842) wurden West- und Ostpreußen zur Provinz Preußen vereinigt. Karte des Deutschen Reiches (Map of the German Empire). Die neu entstandene Zweite Polnische Republik erhob Anspruch auf das südliche Ostpreußen, sowie auf die östlich der Weichsel gelegenen westpreußischen Gebiete, weil ein erheblicher Teil der Bevölkerung als Muttersprache Polnisch oder Masurisch, einen polnischen Dialekt, sprach. Durch den damit geschaffenen Polnischen Korridor war Ostpreußen damit vom übrigen Reich abgetrennt und zu einer Exklave geworden. Die Goten waren im letzten Jahrhundert vor der christlichen Zeitenwende in das Gebiet um die untere Weichsel gekommen, wanderten aber ab etwa 200 n. Chr. Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. This page was last edited on 1 February 2020, at 15:19. Die ursprüngliche Landschaft Preußen war das Stammland der baltischen Prußen. Berlin, Germany: Königliche PreußischeLandesaufnahme, 1914-1917. Der zweithöchste Wert, der nur vom Wahlkreis Pommern übertroffen wurde (mit 73,3 %). Bis zum Oktober 1946 waren 70.798 Personen in dieser Form „verifiziert“, d. h. polnische Staatsbürger geworden, 34.353 verblieben „unverifiziert“. Eine Rückbenennung (wie bei Sankt Petersburg, Nischni Nowgorod und Twer) wurde 1993 in einer Volksabstimmung abgelehnt. Nun wurde das Herzogtum Preußen auch Brandenburgisches Preußen genannt und bis 1701 oft als Fürstentum bezeichnet (so in Kirchenbüchern vor 1700). Wegen dessen Geisteskrankheit setzte 1577 der polnische König Stephan Báthory den Ansbacher Hohenzollern Georg Friedrich als Administrator von Preußen ein; ihm folgte 1605 mit Joachim Friedrich erstmals ein Kurfürst von Brandenburg, dann 1608 Johann Sigismund, Albrechts Schwiegersohn. 1922 wurde vom Reichsverkehrsministerium daher der Seedienst Ostpreußen eingerichtet, der über den Seeweg eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Kernland des Deutschen Reiches unter Umgehung polnischer Kontrollen herstellte. 12.000 Salzburger Exulanten angesiedelt.[11][12]. Die DDR erkannte die deutsch-polnische Grenze bereits 1950 an, die Bundesrepublik Deutschland zunächst 1972 indirekt. Im Zuge der Reformation wurde der östliche Teil unter dem letzten Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen, Albrecht von Preußen, 1525 als Herzogtum Preußen zum ersten protestantischen Staatswesen in Europa unter Suzeränität des polnischen Königs. Der Orden eroberte das Land mit aus europäischen Adligen zusammengestellten Truppen in Kreuzzügen. Siehe auch: Provinziallandtag in Ostpreußen 1921–1925, Provinziallandtag in Ostpreußen 1925–1929, Kriegsverbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung, Verwaltungsgliederung der Provinz Ostpreußen, Landeshauptmänner des Provinziallandtages, „[…] Weiter nun werden an der rechten Küste des Suevenmeeres der Aestier Völkerschaften bespült, deren Gebräuche und ganzes Aeußere wie der Sueven sind, die Sprache näher der britannischen.